Was ist KERS?
KERS – das Kurzzeitig‑Energiesystem – speist pure Power in die Boxen, wenn der Fahrer den Gaspedal nach unten drückt.
Wie funktioniert das System?
Im Kern steckt ein Elektromotor, der Energie aus dem Bremsvorgang zurückgewinnt. Dabei wird die kinetische Energie in ein Akku‑Paar oder eine Schwungrad‑Masse gepresst – je nach Ausführung.
Beim Bremsen erzeugt das Schwungrad eine Rotationsenergie, die fast sofort wieder abgegeben wird. Im Elektro‑Setup wird die Spannung in Lithium‑Polymer‑Zellen gespeichert, dann über einen Hochstrom‑Wandler an den Motor geleitet.
Der Unterschied Schwungrad vs. Batterie
Schwungrad‑KERS liefert blitzschnell einen Kraftschub, aber das Gewicht ist ein Handicap. Batteriebasierte KERS sind schwerer, aber sie können mehr Energie über längere Zeit halten.
Einfluss auf die Rundenzeit
Ein kurzer Turbo‑Boost von etwa 80 kW kann in einer Kurve den Unterschied zwischen 0,2 s und 0,5 s ausmachen.
Im echten Rennbetrieb bedeutet das: Über eine Strecke von 300 km summiert sich das zu rund 2 s – das reicht für einen Podiumsplatz.
Stellen Sie sich vor, ein Fahrer sitzt auf der Ideallinie, drückt den KERS‑Knopf, und das Auto springt förmlich nach vorn, als wäre ein zusätzlicher Gaspedal‑Ausstoß da.
Strategische Nutzung
Teams planen KERS‑Einsätze wie ein Schachzug. Vor dem Überholmanöver, beim Ausrollen aus der Kurve oder im Endspurt – überall dort, wo ein kleiner Geschwindigkeitsschub das Rennen entscheiden kann.
Und dann: Die Energiebilanz. Zu viel KERS‑Nutzung kann den Motor überhitzen, die Batterie entladen und das Auto zum Boxen zwingen.
Technische Herausforderungen
Die Systeme müssen 200 °C standhalten, Vibrationen überstehen und dabei noch 1 % Gewichtsreduzierung im Vergleich zum Vorläufer einhalten.
Entwickler kämpfen mit thermischen Management‑Software, um die Wärme ableiten zu können, ohne dass die Leistung nachlässt.
Der Wandel seit 2009
Als KERS 2009 erstmals in die Formel 1 kam, war es ein Experiment. Heutzutage ist es ein fester Bestandteil, fast jede Mannschaft hat ihre eigene Variante.
Manche Teams haben das System sogar weiterentwickelt, bis hin zu hybriden Power‑Units, die KERS mit einem Turbo‑V8 kombinieren – ein echter Energy‑Boost für die Renngeschwindigkeit.
Was die Zukunft bringt
Die nächsten Generationen werden leichter, effizienter und schneller. Das Ziel: mehr Watt, weniger Gewicht, bessere Integration in das Gesamtkonzept des Antriebs.
Ein Blick nach vorn – und hier ist unser Tipp: Wenn du beim nächsten Track‑Day ein KERS‑Modul testen willst, achte auf die Kühlung, setze den Schub in den letzten 200 m frei und spare Energie für den Endspurt. Nur so holst du das Maximum aus der Technik heraus.


